In den vergangenen Wochen hat sich einiges rund um das Thema Cannabis-Legalisierung getan.

Auf der einen Seite steht Kanada. Hier ist seit dem 17.10.2018 der Anbau, Verkauf und Gebrauch der Droge für Erwachsene- zumindest bis zu 30 Gramm- legal. Die kanadische Regierung beruft sich vor allem auf den Jugendschutz, aber auch der wirtschaftliche Erfolg gibt ihr recht.

In den USA hat mit Michigan ein weiter US-Bundessaat mit der Legalisierung nachgezogen und auch Luxemburg erlaubt seit neustem den Besitz.

Auf der anderen Seite steht Deutschland. Die Bundesregierung hält weiterhin an einer Cannabis-Prohibition fest, obwohl der im September veröffentlichte Drogen- und Suchtbericht mal wieder keine positiven Zahlen zum Cannabis-Konsum bereithielt. Trotz eines Rückgangs des Alkohol- und Zigarettenkonsums der unter 18-Jährigen, stieg die Zahl der jugendlichen Cannabis-Konsumenten weiter an. Experten, wie der bekannte Jugendrichter Andreas Müller, sehen den Kampf gegen die Kiffer in Deutschland schon lange als gescheitert an und fordern deshalb eine legale Abgabe der Pflanze.

Dies wäre auch nur die einzige logische Konsequenz, wenn man die Zahlen des Drogen- und Suchtberichts mit der aktuellen Entwicklung von Staaten, die Cannabis legalisierten, vergleicht. So konsumieren beispielsweise Jugendliche in Colorado weniger Cannabis, seitdem der US-Bundesstaat das grüne Kraut freigegeben hat.

Aber es reicht auch schon in die Niederlande zu schauen. In unserem Nachbarland liegt der Anteil von Cannabis rauchenden Jugendlichen unter dem europäischen Durchschnitt. Dies ist auch nur logisch. Während Supermärkte den Alkoholverkauf streng kontrollieren, hätte mein 15-jähriges Ich problemlos bei irgendeiner dubiosen Gestalt in einer Nebenstraße alle möglichen gefährlichen Drogen erwerben können. Denn eines ist klar: Dem Dealer ist das Alter seiner Kunden völlig egal, dem Coffeeshop in Amsterdam nicht.

Außerdem hätte eine kontrollierte Abgabe den Vorteil, dass der Dealer nicht mehr dazu kommt, den Konsumenten irgendeinen anderen Stoff anzubieten. Cannabis als Einstiegsdroge würde also entfallen, genauso wie ein großer Teil des Drogenschwarzmarkts.  Noch dazu wüsste man genau, was man kauft. Immer häufiger werden Menschen in Krankenhäuser eingeliefert, die Gras rauchten, welches mit Sand, Blei oder anderen Chemikalien gestreckt wurde.

Auch hätte der Staat viele Vorteile. Durch eine legale Cannabis-Abgabe entstünde ein ganz neuer Wirtschaftszweig, welcher Milliarden-Steuereinnahmen und viele neue Jobs generieren könnte.Auch würden mehrere Millionen Bürger nicht mehr kriminalisiert werden und der Staat könnte einiges an Geld bei der Polizei und Justiz sparen.Dieses Geld könnte der Staat dann für die Drogenprävention und zur Aufklärung junger Menschen einsetzen, was viel mehr Helfen würde als Angst vor Drogen an Schulen zu schüren.

Ich, als liberal-denkender Bürger, bin der Meinung, dass ich selbst – und nicht der Staat – entscheiden sollte, was gut für mich ist. Es ist an der Zeit für ein neues Denken der Politik, damit es auch in Deutschland zur Legalisierung kommen kann. Um es mit den Worten der Drogenbeauftragten der Bundesregierung auszudrücken: „Cannabis ist illegal, weil es verboten ist.“

 

Autor: Marius Schäfer