Sportpolitik abseits vom Fitnessstudio

Unser JuLi-Kreisvorsitzender Alex ist nicht nur Badmintontrainer beim PSV Grün-Weiß sondern auch Sonnenberger Ortsbeirat und hat gute Chancen bald Stadtverordneter zu werden. Mit uns hat er über bürgerliches Engagement und die Wiesbadener Sportpolitik gesprochen.

Du bist von den Wählern auf Platz 9 der Liste hochkumuliert worden und hast damit gute Chancen, noch in dieser Legislaturperiode als Nachrücker Mitglied der Stadtverordnetenversammlung in Wiesbaden zu werden. Welche Themen liegen dir für die Entwicklung von Wiesbaden in den nächsten fünf Jahren besonders am Herzen?

Alex: Mir liegt der Sport und zwar gerade der Vereinssport sehr am Herzen. Es gibt in Wiesbaden ca. 250 Sportvereine, in denen viele Menschen ehrenamtlich tätig sind, für ihre Tätigkeit allerdings meiner Meinung nach nicht genug Unterstützung durch die Politik bekommen. Das möchte ich ändern. Sportvereine bieten nämlich viel mehr als einfach nur die Möglichkeit fit zu werden oder fit zu bleiben. Sie bieten zum Beispiel auch neue Kontakte oder vielleicht sogar Freundschaften. Gerade im Bereich Integration werden die Vereine auf lange Sicht einen großen Beitrag für unsere Gesellschaft leisten.  Deshalb verdienen sie eine größere Beachtung durch Gesellschaft und Politik.

In Sonnenberg bist du ebenfalls in den Ortsbeirat gewählt worden. Auf einer dortigen AfD Veranstaltung hast du dich getraut und den Kandidaten dort mit klugen Fragen die Stirn geboten – das Video dazu hat mehr als 85.000 Views – welche Reaktionen hast du auf diese Aktion erlebt?

Alex: Die Reaktionen waren überwiegend positiv. Viele Menschen haben mir geschrieben oder mir gesagt, dass sie meinen Mut bewundern und mich zu dieser Aktion beglückwünschen. Das hat mich ehrlich gesagt etwas gewundert. Ich möchte nicht beglückwünscht werden, sondern ich wünsche mir, dass alle Demokraten den Dialog mit den Menschen suchen, die darüber nachdenken, AfD zu wählen.
Wir müssen versuchen, diese Menschen mit Argumenten vom Gegenteil zu überzeugen. Da bin ich eben der Meinung, dass wir das nicht durch Teilnahme an Gegendemonstrationen erreichen oder durch ignorieren der Problematik, sondern durch Dialog und klare inhaltliche Positionierung gegen die Ziele der AfD und durch Aufzeigen von sinnvollen Lösungswegen.

Was glaubst du waren für unsere Wähler am 6. März die entscheidenden Gründe, ihr Kreuz bei den Freien Demokraten zu machen?

Alex: Natürlich spielt bei der Kommunalwahl auch immer der Bundestrend eine Rolle. Aber ich glaube, dass gerade in Wiesbaden auch die Freien Demokraten viele Wählerstimmen deswegen bekommen haben, weil unsere Fraktion und unsere Partei gute Oppositionsarbeit geleistet haben und auch bei den regionalen Themen, wie Windkraft auf dem Taunuskamm oder Gebührenerhöhungen (Straßenreinigung, Hundesteuer, Gewerbesteuer) den Wählern eine sehr gute liberale Alternative geboten haben.

Wenn du dir ein Projekt aussuchen könntet, was in der nächsten Legislaturperiode unbedingt umgesetzt werden soll – unabhängig davon ob in der Stadt oder in den Ortsbezirken – welches wäre das?

Alex: Gerade viele Jugendliche sind in Bezug auf Sport vollkommen auf Fitnesscenter fokussiert. Das möchte ich ändern und zwar so:
Einige Schulen machen es schon vor, aber ich würde gerne erreichen, dass es eine noch stärkere Zusammenarbeit zwischen den Wiesbadener Sportvereinen und den Wiesbadener Schulen gibt. Dabei sind verschiedene Projekte möglich, eine solche Zusammenarbeit wird beispielsweise auch durch das Programm „Schule und Verein“ vom Land Hessen gefördert. In diesem Projekt übernehmen Vereinstrainer eine Sport-AG an der Schule und stellen dadurch eine Verbindung zwischen Schülern und Vereinssport herstellt.
Ich möchte erreichen, dass diese Möglichkeiten in Wiesbaden noch häufiger genutzt werden.