Wir nehmen die Demonstrationen Fridays for future ernst – das ehrenamtliche Engagement muss aber außerhalb der Schulzeit stattfinden.

Die bundesweiten Demonstrationen von Schülerinnen und Schülern unter dem Namen „Fridays for future“ finden starke Beachtung in der Öffentlichkeit. Auch in der hessischen Landeshauptstadt finden die Demonstrationen mittlerweile in regelmäßigen Abständen statt. So wird auch am heutigen Freitag wieder eine Demonstration in Wiesbaden organisiert. Anlässlich der heutigen Demo erklärt Alexander WINKELMANN, Vorsitzender der Jungen Liberalen und Stadtverordneter in Wiesbaden: „Als Junge Liberale Wiesbaden freuen wir uns über die Politisierung von Jugendlichen. Wir nehmen die Demonstrationen „Fridays for future“ sehr ernst. Gerade deswegen ist es notwendig die mittlerweile vorgebrachten Forderungen substanziell zu diskutieren.“

Grundsätzlich sei es einfach Forderungen auf der Straße vorzubringen. Politische Diskussionen und nachfolgende politische Entscheidungen fordern aber eine faktenbasierte Diskussion, die auch die Konsequenzen von eigenen Forderungen bedenkt. So sei es beispielsweise schwierig einen schnelleren Kohleausstieg zu fordern. Wenn Deutschland seine – vergleichsweise – sauberen Kohlekraftwerke abschaltet, muss der Strom aus anderen Quellen kommen. Unter anderem müssten gegebenenfalls umweltschädlichere Kohlekraftwerke in Osteuropa mehr Strom produzieren. Das wäre nicht zuträglich für einen besseren Klimaschutz, sondern würde eher das Gegenteil bewirken.

„Wir sind selbstverständlich immer bereit über das Thema Klimaschutz zu diskutieren. Dazu rufe ich auch die Teilnehmer an den Demonstrationen auf: Geht in die politischen Jugendorganisationen und diskutiert über eure Ziele und Forderungen für einen besseren Klimaschutz. Dort werden die politischen Entscheidungen gemeinsam mit den Mutterparteien getroffen.“, so Winkelmann weiter.
Während Linke und Grüne beim Klimaschutz auf Verbote oder Ressentiments gegen die Energieproduktion an sich setzen, ist für die Jungen Liberalen eine marktwirtschaftliche Herangehensweise entscheidend zur Bekämpfung des Klimawandels. Dazu fügt Winkelmann an: „Die Klimaziele für 2030 sind nicht verhandelbar und müssen erreicht werden. Dazu setzen wir auf Innovationen und neuartige Technologien zur Verminderung des Ausstoßeses von Treibhausgasen. Umso schlimmer, dass das Budget für Forschung auf Bundesebene durch die Große Koalition aus CDU und SPD für das Jahr 2020 gekürzt, statt erhöht wird. Damit verspielt die große Koalition die Zukunft und die Chancen für eine bessere Klimapolitik.“
Mögliche soziale Spaltungen wegen Klimaschutzmaßnahmen, wie in Frankreich, soll es nach Ansicht der Jungen Liberalen nicht geben. Gleichzeitig muss auch eine stärkere Fokussierung auf einen internationalen Klimaschutz gelegt werden. Dass nationale Alleingänge beim Klimaschutz wenig helfen, ist bereits damit impliziert, dass die gesamte EU nur ca. 10% des weltweiten CO2-Ausstoßeses zu verantworten hat.

„Für die Jungen Liberalen ist das Fernbleiben vom Schulunterricht nicht gerechtfertigt. Die Schülerinnen und Schüler müssen mit den entsprechenden schulrechtlichen Konsequenzen leben – das gehört auch dazu ernstgenommen zu werden. Wir würden uns aber freuen, wenn viele der Demonstranten ihre Freizeit dazu nutzen sich in politischen Jugendorganisationen oder ehrenamtlich für den Umweltschutz zu engagieren. Das würde die Ernsthaftigkeit der Sache nochmals unterstreichen.“, schließt Winkelmann ab.

V.i.S.d.P. Sophia Enders